Umbautipps für den Anschluß des RDS-Decoders

Der Empfängerumbau sollte auf jeden Fall nur versierten Elektronikern vorbehalten bleiben und entsprechend fachgerecht durchgeführt werden. Der Eingriff erfolgt stets auf eigenes Risiko. Eine Gewährleistung für die sichere Funktion der hier weitergegebenen Umbautipps von Hobbyisten kann ich nicht übernehmen. Ich bitte um Verständnis.

Wird der Umbau gewünscht,  biete ich dies ab sofort nach Kontaktaufnahme und Terminabsprache an. Die Kosten hierfür kann ich nur mit einer Spanne von ca. 15€ bis 30€ plus Versand benennen, da der Aufwand doch recht unterschiedlich ausfällt. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, wären eventuell vorhandene Schaltpläne oder Serviceanleitungen eine Hilfe, die dem Gerät beigelegt werden können. Die Unterlagen gehen selbstverständlich mit der Rücksendung retour.

Ein "Klick" auf das gewünschte Bild zeigt Details in der Vergrößerung.

 

Allgemeine Hinweise 

 

Schaltnetzteile am RDS-Decoder

Der Verwendung von Schaltnetzteilen (Steckernetzteile sind heute fast nur als Schaltnetzteile erhältlich) stehe ich nach wie vor kritisch gegenüber, obwohl ich sie inzwischen selbst verwende. Abzuraten ist von der Verwendung, wenn sich die Antenne direkt am Empfänger befindet oder Störungen beim Empfang festzustellen sind.

 

Koppelkondensator im Empfänger

Einen Koppelkondensator von z.B. 330pF oder 470pF direkt an den Abgriffpunkt zu löten, ist aus meiner Sicht sehr zu empfehlen, denn schon ein unbeabsichtigter Kurzschluß am Cinch-Kabel (Masse ist mit dem Innenleiter kurzzeitig verbunden) führt in den meisten Fällen beim Fehlen des Kondensators zu einem Defekt des Empfängers!

 

Verwendung einer isolierten Cinch-Buchse

Für störanfällige UKW-Empfänger empfehle ich den Einbau einer isolierten Cinch-Buchse in das Rückblech. Ist das Material der Rückwand nicht aus Metall, kann eine gewöhnliche Cinch-Buchse verwendet werden.

 

Störanfälligkeit des RDS-Decoders

Die Störanfälligkeit beim Einstecken des Cinch-Kabels im eingeschalteten Zustand des Decoders ist mit der Version 2/11 deutlich verbessert worden. "Hängt" sich der Decoder in diesem Fall dennoch einmal auf, genügt ein kurzes Aus- und wieder Einschalten (Reset-Funktion) und der Decoder ist wieder betriebsbereit.

 

Decodereinbau in den UKW-Empfänger

Zum Einbau des gesamten RDS-Decoders in einen UKW-Empfänger möchte ich nur versierten Elektronikern raten. Hierbei ist nicht nur auf die ausreichende Strombereitstellung und die passende Spannung des Moduls aus dem Empfängernetzteil zu achten. Auch der RDS-Decoder hat einen Oszillator, der zwangsläufig eine Störstrahlung verursacht. Daher sollte man behelfsmäßig erst einmal das Modul an dem geplanten Befestigungspunkt platzieren und ausführliche Tests mit dem UKW-Empfänger von 87,5MHz bis 108MHz durchführen.

Neben üblichen Abschirmmaßnahmen kann im Bedarfsfall natürlich zur besseren Siebung auch der Eingangselko C1 auf z.B. 470µF oder 1000µF (Rastermaß 5mm) vergrößert werden.

 

PC-Anschluß des RDS-Decoders

Eine galvanische Trennung besitzt der RDS-Decoder nicht. Die beiden Datenleitungen sind über Logikgatter, auf die interne Versorgung von +5V bezogen, gepuffert.

Anpassung des Decoders an große MPX-Pegel (z.B. H-Osc.-Ausgang der Fa. Revox)

Der RDS-Decoder ist darauf abgestimmt direkt an den FM-Demodulatorausgang angeschlossen zu werden, da die meisten UKW-Empfänger keinen MPX-Ausgang besitzen. Die Pegel am FM-Demodu-latorausgang betragen nur wenige mV. Frühere hochwertige HiFi-Geräte z.B. von Revox, K + H etc. besitzen einen H-Osc.-Ausgang zu Meß- und Testzwecken. Wenn an dieser BNC-Buchse z.B. ein Pegel von 0dB bereitgestellt wird, dann sind das stolze 0,7Vrms (!), die den RDS-Decoder total übersteuern. Versierte Elektroniker können natürlich die Eingangsverstärkung des Decoders entsprechend anpassen, wovon ich bei Anfragen allerdings abrate - einerseits wegen eventueller Garantieansprüche und andererseits kann der Decoder dann nur an UKW-Tuner mit hochpegeligen Ausgängen betrieben werden. Eine kleine Anpassung eines entsprechend präparierten Cinch-Kabels kann das Problem jedoch auch auf einfache Weise lösen.

Mit zwei bedrahteten Widerständen (10k und 1,5k oder 1,8k) z.B. der Bauform MF 0204 und einem Cinch-Stecker kann man sich einen 20dB Adapter auf einfache Weise schnell selbst herstellen.

Zwischen  Abschirmanschluß und Mitte wird der Widerstand von 1,5k oder 1,8k gelötet. In Reihe zur Mittelader des später anzulötenden, abgeschirmten Kabels wird entsprechend dem Bild oben der Widerstand von 10k gelötet. Mit einem 2. Cinch-Stecker und abgeschirmtem NF-Kabel von ca. 70cm bis 1m Länge kann man sich so die passende Verbindung zum RDS-Decoder herstellen. Eine Beschriftung des Adaptersteckers selbst mit "RDS-Decoder" und des 2. Cinch-Steckers am anderen Ende des MPX-Kabels mit "Tuner" ist hier übrigens empfehlenswert.

JVC CA-MX66BK

 

An dieser Stelle der erfolgreiche Umbau zum Betrieb des RDS-Decoders an einer JVC-Anlage.

Der Bestückungsplan zeigt sehr gut den entsprechenden Abgriffpunkt für das MPX-Signal. Eine abgeschirmte Cinch-Buchse sorgt wie üblich für den Anschluß an der Geräterückseite.

Kenwood KT-6040

 

Das Bild unten zeigt, der Umbau ist sehr einfach nach dem Öffnen des Tuners durchzuführen. Die Hauptplatine ist leicht zugänglich und es müssen auch keine Platinen für den Abgriff ausgebaut werden. Der entsprechende Anschlußpunkt ist hier am IC7 Pin 7. Das andere Ende des abgeschirmten Kabels geht wie gewohnt zum Rückblech des Tuners, in der eine massefreie Cinch-Buchse eingebaut wird.

Diesen Umbautipp erhielt ich freundlicherweise vom Wellenforum.

 

                                      Das Kabel wurde hier über einen Koppelkonden-

                                      sator von 330pF an IC7 Pin 7 gelötet

                                      (Wellenforum.de)

OKANO Prestige T7000RC

 

Dieser Umbau ist aufgrund des übersichtlichen Aufbaus des Gerätes auch hier recht unkompliziert durchzuführen. Der Abgriff des RDS-Signals mittels eines Kondensators von 330pF in Reihe und die Kabelverbindung zur Gehäuserückwand sind daher schnell hergestellt. Die Geräterückwand bietet für eine Cinch-Buchse ausreichend Platz.

                                     Die Drahtbrücke geht an Pin 12 des LA1266

 

                                     RDS-Buchse über den Antennenanschlüssen

ONKYO T-4650

 

Das untere Bild zeigt recht gut, wo das abgeschirmte RDS-Kabel angeschlossen werden muß. Der Abgriffpunkt ist hier gut zugänglich und kann von oben an Pin 12 des IC's LA1266 angelötet werden. Als Masse kann hier das Gehäuse des benachbarten Filters verwendet werden. Das untere Bild zeigt den massefreien Cinch-Anschluß auf der Rückseite des Tuners. Der Massefreie Cinch-Anschluß auf der Rückseite des Tuners wurde gut gewählt und fällt daher neben den Audioausgängen nicht sonderlich auf.

                                      Das Kabel sollte auf der Lötseite angelötet werden

                                      (Wellenforum.de)

                                     Die Cinch-Buchse mit "RDS OUT" ist im Vordergrund

                                     gut zu erkennen (Wellenforum.de)

 

Dieser Umbautipp wurde freundlicherweise vom Wellenforum zur Verfügung gestellt.

 

ONKYO TX-7830

 

Das RDS-Signal sollte nur am Pin 3 von Q201 (IC AN7470) abgegriffen werden. Masse ist mit dem Gehäuse verbunden und kann somit auch in der Nähe des Pin 3 mittels Durchgangsprüfung gefunden werden (z.B. Pin 8 des IC's).

 

                                      Der Abgriff sollte auf der Lötseite erfolgen

 

Die entsprechende Leiterplatte steht rechts im Bild  hochkant (Bild unten mit zwei grünen Pfeilen markiert) und ist mit einer weiteren Platine (ganz rechts außen) durch zwei Plastikabstandshalter verbunden. Auf der Geräterückseite müssen zwei Schrauben nahe der Koax-Antennenbuchse entfernt werden. Die Platine ist mit einem Steckverbinder mit der unteren Leiterplatte verbunden. Beim Wiedereinbau ist genau diese Verbindung etwas problematisch. Ich habe die große untere Bodenleiterplatte leicht nach unten gedrückt, um die senkrecht stehende Platine wieder korrekt einstecken zu können.

 

                                      Die entsprechende Platine befindet sich im Gerät

                                      links außen hochkant

REVOX B760

 

Der RDS-Decoder "kann" bereits ohne Umbau an die "HORIZ-Buchse" angeschlossen werden. Allerdings ist mit diesem Anschluß des RDS-Decoders nur eine eher schlechte Decodierung der RDS-Daten möglich. Aufgund mehrerer erfolgreicher Nachbauten ist die folgende Umbaumaßnahme unbedingt zu empfehlen. Mit dieser doch relativ kleinen Änderung soll sich die RDS-Signal-empfindlichkeit deutlich verbessert werden. Daher möchte ich mich in Norddeutschland für die Bilder zu diesem Umbautipp bedanken.

 

                                     Gelber Draht zur "HORIZ-Buchse"

Das obere Bild zeigt den Steckverbinder, von dem das gelbe Kabel zur Anschlußbuchse (Bild unten) geht . Genau hier wurde die Verbindung aufgetrennt und mit der Mittelader des abgeschirmten schwarzen Kabels verbunden.

 

                                      HORIZ-Anschlußbuchse

Das andere Ende des abgeschirmten Kabels wird zum Demodulator-IC1 MC1496G, Pin6 geführt wie im Bild unten zu sehen und angelötet. Hierbei ist zwischen Mittelader und Verbindungspunkt Widerstand ein Kondensator mit 330pF oder 470pF zu löten. Um die Abschirmung zu befestigen, kann der nahe befindliche Massestützpunkt genutzt werden. Wird das Kabel wie hier zu sehen noch mit Heißkleber oder etwas Silikon fixiert, ist der Umbau dauerhaft stabil und damit abgeschlossen.

 

                                      Links oben das neu angebrachte schwarze Kabel

Sangean ATS 909 (Siemens RK777)


Der ATS 909 zählt sicher mit zu den besten und beliebtesten  Taschenempfängern unserer Zeit. Im Internet sind zudem zahlreiche Änderungen oder auch kurz "Mods" zu finden, die den Weltempfänger eindrucksvoll verbessern. Diese Verbesserungen sind sogar so gut, dass sich Firmen dieser Umrüstung angenommen haben. Eine Schwäche bleibt bisher weiter erhalten - die zeitlupentaugliche RDS-Darstellung des Programmnamens (PS). Das ist vielen Besitzern nicht entgangen. Daher wurde bereits versucht, mittels Umbau auf den schnelleren PI-Code auszuweichen oder einen externen RDS-Decoder an den NF-Ausgang anzuschließen. In diversen Internetforen wurden die eher weniger erfolgreichen Versuche bereits beschrieben.

Bei meiner Überprüfung kam ich zu dem gleichen Ergebnis. Nun wollte ich wissen, ob ein zusätzlicher RDS-Ausgang in Verbindung mit einem externen Decoder den Empfänger RDS-tauglicher macht... Wer nun annimmt, dies lohnt sich nicht, wird nach einem Umbau eines Besseren belehrt. Ich war selbst überrascht, wie gut ein externer RDS-Decoder am ATS 909 nach dem unten gezeigten Umbau funktioniert.

 

                              Kabelführung auf der Lötseite des ATS 909

 

Das Öffnen des Gerätes muß vorsichtig vorgenommen werden, da nach dem Entfernen der Schrauben auf der Rückseite außerdem die Arretiernasen oben und unten zu öffnen sind. Es ist empfehlenswert auch die vier Kabel (Lautsprecher u. Summer) zu entfernen, um besser an der Hauptplatine arbeiten zu können. Weiterhin ist darauf zu achten, dass beim Verlegen des dünnen, abgeschirmten Kabels keine Kurzschlüsse entstehen. Das RDS-Kabel wird  einmal an IC1 Pin 12 gelötet und dann zum Anschluß der externen AM-Antenne über einen Keramikkondensator von 270pF geführt, der im Bild noch nicht eigelötet ist (nach dem Einlöten mit Isolierung war die bildliche Darstellung zu schlecht). Gerade hier muß der Kondensator flachliegend gut isoliert befestigt werden.

 

                          RDS-Decoder 2 am modifizierten Sangean ATS909

 

 

Ein kurzer Erfahrungsbericht:

 

Das Bild oben zeigt deutlich, der RDS-Decoder stellt stets schneller den Programmnamen im Display dar - mit einer Ausnahme, wenn nämlich der Empfänger auf einen zuvor abgespeicherten Rundfunksender abgestimmt wird. Der ATS 909 holt sich dann den Programmnamen nämlich aus dem Speicher und nicht sofort von den eingehenden RDS-Daten! Erst nach dem vollständigen Einlesen der aktuellen Daten wird der PS-Name aktualisiert. Ansonsten hat der externe RDS-Decoder immer die Nase vorn. Blinkt die RDS-Anzeige beim ATS 909 (blinkende QUAL-LED im Bild oben sichtbar), dann wird beim Sangean nie die Anzeige eines  Programmnamens sichtbar - beim externen Decoder aber sehr wohl. Für RDS-Interessierte bringt der Umbau auf jeden Fall eine Verbesserung. Somit wird auch ein mobiles RDS-DX möglich!

Eine Verschlechterung des AM-Empfangs wurde von mir nicht festgestellt, wobei ich hier aber nicht so umfangreiche Tests durchgeführt habe.

Technics ST-G90

 

Die Umbaumaßnahmen sind stets ähnlich, daher möchte ich auf eine längere Beschreibung an dieser Stelle verzichten und die Bilder sprechen lassen.

Das erste Bild zeigt die zusätzliche Cinch-Buchse. Sie wurde isoliert zum Blechgehäuse eingebaut.

 

Die Verschraubung der Cinch-Buchse im Inneren des Grätes wurde mit etwas Nagellack verklebt, damit sich die Mutter nicht lösen kann.

 

Der Abgriff erfolgt hier an Diode D129 kathodenseitig mittels Kondensator 1nF. An das Filtergehäuse wurde die Masse gelötet.

 

Zum Abschluß noch ein Test mit dem Decodermodul, hier der RDS-Decoder 4 mit blau-weißem Display.

Telefunken studio center 7051 hifi

 

Viel zu schade für den Schrott! Defekte Schallplatten- und Kassetteneinheit entfernen, eine Holzabdeckung aus Sperrholzresten gebastelt, diverse Elkos getauscht, die Potis gereinigt, den Spannungsabfall einer Versorgungsspannung reduziert, zwei Brücken für die Audiokanäle R+L gesetzt und schon läuft der Telefunken wieder.

 

 

Natürlich fehlt dann auch noch der RDS-Ausgang. Den kann man passend an der Rückwand platzieren. Da diese allerdings ziemlich dick ist, empfiehlt es sich hier eine isolierte Cinch-Buchse zu verwenden. Andere Standardbuchsen haben nicht die notwendige Gewindetiefe.

 

 

Die Klebereste diverser Etiketten ließen sich nicht so einfach entfernen, daher sind sie hier noch gut zu sehen. Noch ein Blick auf den Leiterplattenanschluß (Bild unten). Angezapft wird hier an Pin 7 des IC102 mittels eines Kondensators von 330pF. Der Kondensator steht hier hochkant. Unten ist der eine Kondensatoranschluß auf die Platine gelötet, darüber das RDS-Kabel (abgeschirmte Leitung). Ein Massepunkt für die Abschirmung befindet sich ebenso in der Nähe wie auf dem Bild zu sehen ist.

 

Yamaha TX-900

 

Diesen erprobten Umbau für den RDS-Decoder 2 eines Hobbyisten möchte ich auch weiteren Interessenten zur Verfügung stellen. Hier wurde rückseitig eine BNC-Buchse eingebaut, an der nun der RDS-Decoder angeschlossen werden kann. Abgegriffen wird an dem IC105 Pin 6.

 

                                  RDS-Anschluß nahe dem IC105

 

                                  BNC-Anschluß auf der Rückseite

An dieser Stelle ein Dankeschön an die Einsender der Dokumentationen zu den erfolgreich durchgeführten Umbauten!